Das Foot Watch Lexikon
Natürlich sind Kategorisierungen generell schwierig, da
die Grenzen bestimmter Spielarten oftmals fließend bis kaum vorhanden sind und das gilt bekanntlich nicht nur für
die Sexualität im Speziellen, sondern für alle Bereiche des Lebens, ganz gleich ob es sich um Musik, Film, Literatur oder was auch immer handelt.
Dennoch kristallisieren sich immer wieder Begriffe
heraus, die in der entsprechenden Szene auf allgemeine Akzeptanz stoßen und auch konkrete Inhalte vermitteln. Man stelle
sich nur einmal vor, eine junge Dame tritt in einen Raum voller Männer und fragt laut rufend, ob jemand Lust auf ein paar Minuten
Footworshippiping
hätte. Der Großteil der Anwesenden würde sich wohl
nur fragend anschauen, während der Fußfetischist aufspringt und sich freut.
Wir wollen versuchen genau solche Begriffe zusammenzutragen und auch für Außenstehende zu erklären. Dabei legen wir das Hauptaugenmerk zunächst auf die Praxis der
jeweiligen Vorlieben, psychologische Aspekte werden an dieser Stelle noch nicht berücksichtigt. Obwohl sich bei uns natürlich alles um
den Fußfetisch dreht, werden
wir gerade aufgrund der vorhandenen Grenzverschiebungen künftig auch einige Begriffe des
BDSM und
sonstiger Fetische aufnehmen.
Übersicht der Fußerotik
In Bezug auf Fußerotik und Fußfetischismus stößt man im Internet häufig auf allgemeine Beschreibungen, die die einzelnen Vorlieben kurz anreißen und dann darauf
hinweisen, bei einer näheren Betrachtung den Rahmen zu sprengen. Wir wollen diesen Rahmen sprengen!
Die speziellen Neigungen beim Fußfetisch können sehr unterschiedlich sein und haben nicht zwingend etwas miteinander zu tun. Einerseits greifen die einzelnen
Spielarten oft ineinander oder finden gleichzeitig statt. Andererseits gibt es aber auch genügend Menschen, die sich nur zu einer einzigen
Art der Fußerotik
hingezogen fühlen. Der eine liebt es vielleicht, an tagelang getragenen
Frauensocken zu riechen, während ein anderer, dem es beispielsweise
die
High Heels angetan haben, schon beim ersten Anzeichen von
Fußgeruch fluchtartig den Raum verlässt.
Auch wenn es oftmals so dargestellt wird, ist Fußfetischist also nicht gleich Fußfetischist.
Hier ist eine erste Übersicht der Spielarten versammelt, die generell unter dem Überbegriff der Fußerotik genannt werden.
Crushing
(englisch, to crush: zerdrücken, zerquetschen, vernichten)
Beim Crushing werden Lebensmittel oder Gegenstände von Frauen zertreten. Das kann barfuß, in
Nylons bzw. Socken oder in Schuhen geschehen. Auch innerhalb dieser Vorliebe
gibt es weitreichende Unterschiede. Bei Nahrungsmitteln handelt es sich um Food-Crush, wobei das zertretene Essen meist auch anschließend verspeist wird, idealerweise
natürlich direkt vom Fuß oder Schuh. Das Zertreten von Gegenständen wird als Object-Crush bezeichnet. Dabei spielen eher Machtfantasien eine Rolle, bei der sich der
„unterlegene“ Mann häufig mit dem Gegenstand identifiziert.
Dirty Feet
(englisch, dreckige Füße)
Auch hübsche, zarte Frauenfüsse müssen nicht immer sauber oder „nur“ verschwitzt sein. Einige Fußfetischisten ziehen schmutzige Füße vor. Nach einem langen Spaziergang barfuß
im Wald durch Matsch oder auch auf der Straße wird der Frauenfuß dann erst richtig interessant. Bei dieser Vorliebe kann natürlich auch durch Gartenarbeit ohne Schuhe oder
Schokoladensoße zum Beispiel nachgeholfen werden, wodurch das anschließende Sauberlecken auch wortwörtlich versüßt wird.
FootDom
Zusammengesetzt aus Foot und Domination ist FootDom eigentlich eine Variation anderer Spielarten.
Das Merkmal des FootDom liegt darin, dass sich der Fußfetischist hier in der
passiven Position befindet und nicht in der aktiven. Die Frau dominiert dabei mit ihren Füßen, reibt mit ihnen durch das Gesicht
des Mannes, „zwingt“ zum Lutschen ihrer Zehen
oder zum Riechen an ihren verschwitzten Socken.
Der Mann nimmt also eine devote, unterlegene Stellung ein und „muss“ sich alles was die Frau auch
mit ihren Füßen anstellen mag,
gefallen lassen.
Tatsächlich ist dabei weder ein „Zwang“, noch ein „Muss“ vorhanden, deshalb auch die Anführungszeichen. Wer allerdings seine Liebe im FootDom gefunden hat, möchte ja gerade
diese unkontrollierbare Situation erleben und gibt sich dieser auch meist vollkommen hin.
Foot Job oder Footjob
(englisch: „Fußarbeit“)
Beim Foot Job wird das männliche Glied mit den Füßen bis zum Orgasmus stimuliert. Auch hier sind die Möglichkeiten vielfältig. Häufig wird dazu ein Massageöl oder Gleitgel benutzt,
die meisten aber bevorzugen den Foot Job mit verschwitzten Füßen. Die Stellungen und die Festigkeit, mit der die Füße „arbeiten“, hängen dann ganz vom persönlichen Geschmack ab.
Der Footjob ist vielseitiger, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Hier ist also durchaus Experimentierfreudigkeit gefragt.
Variationen des Foot Jobs benennen sich entsprechend der Fußbekleidungen: Beim Sockjob behält die Frau ihre Socken an und beim „Shoejob“ ihre Schuhe. Oftmals ist auch von einem
Toejob die Rede, wobei dann ausschließlich die Fußzehen der Frau zum Einsatz kommen.
Foot Torture
(englisch, to torture: quälen, foltern)
Bei der Foot Torture geht es um das „Quälen und Foltern“ von Füßen. Natürlich gibt es entsprechend auch Fußfetischisten, die die etwas grobere Behandlung der Frauenfüße voller
Freude übernehmen.
Oft fällt das Kitzeln alleine schon unter diese Kategorie, aber typischer dürften Kerzenwachs auf den Sohlen oder auch die Bastonade sein. Die Bastonade ist
eine alte Prügelstrafe, vorwiegend aus dem Nahen und Fernen Osten (im arabischen auch als Falaka bekannt). Dabei werden die Füße an einen Balken geschnürt und mit einem Stock
oder einer Rute auf die Fußsohlen geschlagen.
Foot Worship
siehe
Worshipping
Der Duft der Füße dürfte wohl das Flaggschiff der Fußerotik sein, das auch in allen vertretenen Gewässern eine mehr oder weniger starke Rolle spielt. Der Geruch bildet daher eher
die Basis für den Großteil der Fußfetischisten und weniger eine eigene Spielart. Dabei kann der Duft von getragenen Schuhen, Socken oder Nylons kommen und selbstverständlich auch
und am liebsten vom Fuß selbst.
Die bevorzugten Nuancen des Geruchs könnten aber nicht unterschiedlicher sein. Vom zarten
Fussduft sauberer Füße, über das Aroma frischen
Fußschweißes, bis hin zum stinkenden Socken ist
alles vertreten.
Und dabei ist die anregende Wirkung natürlichen, frischen Körpergeruchs nichts Widerliches oder Perverses, sondern absolut natürlich. Die Menschen bekommen diese Wahrnehmung von
Körper-gerüchen allerdings mit zunehmendem Erfolg von der Kosmetikindustrie abtrainiert. In der Pheromon Forschung heißt es zuweilen sogar, dass eine Vielzahl an Scheidungen und
Trennungen
auf eine übermäßige Körperhygiene zurückzuführen sei, vor allem auf das Rasieren der Schambehaarung und
das übermäßige Überdecken körpereigener Gerüche durch Parfums.
So können die Menschen nicht feststellen, ob sie sich überhaupt „riechen können“ und gehen Bindungen ein, vor der sie die eigene Nase hätte warnen können.
Nylonfetisch
Der Nylonfetisch enthält eine Reihe anderer Vorlieben und signalisiert im Prinzip nur, dass dabei Nylonstrümpfe oder Strumpfhosen an erster Stelle stehen. Das kann zum Beispiel
Crushing, Trampling oder ein Footjob in Nylons sein, wobei Gefühl, Geruch
und Aussehen der besonderen Fuß- und Beinkleidung als zusätzliche oder haupt-sächliche Stimulans fungieren.
Einen Artikel über den Ursprung und die Herstellung des Nylons findet Ihr in der
Foot Watch Ausgabe 3.
Der Schuhfetischismus wird meist als „eigenständiger“ Fetisch betrachtet und ist der einzige sexuelle Fetisch, der in der Sexualforschung eine eigene, mittlerweile veraltete
Bezeichnung erhielt: den Retifismus. Der Name geht auf den französischen Schriftsteller Nicolas-Edme Rétif de la Bretonne
zurück (einen Artikel über ihn findet Ihr in der
dritten Ausgabe der Foot Watch). Aufgrund der engen Verwandtschaft zum weiblichen Fuß, reihen wir diese Neigung aber guten Gewissens unter die Fusserotik ein.
Im Großen und Ganzen lässt sich der Schuhfetisch in drei Kategorien einteilen: Sehen, Fühlen und Riechen. Während die drei Sinne beim Fussfetisch überwiegend zu einer Einheit
verschmelzen,
kommen sie in Bezug auf Schuhe öfter mal getrennt zum Tragen.
Gerade das Sehen zieht dabei Kreise bis weit über die Fetischszene hinaus. Garantiert jeder hat schon einmal den Begriff „Nuttenstiefel“ benutzt oder zumindest gehört und
mit jedem Aussprechen, ob bewusst oder nicht, dadurch Schuhe mit Sexualität verknüpft. Viele Männer, die sich niemals als Fetischisten bezeichnen würden oder ferner sogar
eine Abneigung gegen Fetischismus empfinden, hegen den Wunsch, dass ihre Sexualpartnerin die Schuhe beim Akt anbehält. In dem Zusammenhang sind aber keineswegs irgendwelche
Schuhe gemeint, sondern eben jene „Nuttenstiefel“ oder häufig auch High Heels. Und warum? Weil sie den puren Anblick als sexy und erregend empfinden. So steckt wahrscheinlich
in mehr Männern ein Schuhfetischist, als es sich selbst eingestehen und / oder zugeben würden.
Beim Fühlen der Schuhe spielt natürlich das Material die wesentlichste Rolle. Leder- und Lackstiefel, sowie hochhackige Schuhe dürften die berühmtesten Vertreter sein. Ein
sehr häufiges Motiv in Filmen zum Beispiel, ist der Beginn einer Verführung, indem die Frau dem Mann heimlich unter dem Tisch mit den Schuhen (manchmal auch nur mit dem Fuß)
die Beine entlang streichelt. So wird einmal mehr
aber auch ein erregendes Moment im Allgemeinen selten als das wahrgenommen, was es
eigentlich
ist: nämlich Fußerotik.
Beim Riechen geht es natürlich in erster Linie um den Fußgeruch, wobei viele ganz speziell eine Duftmischung aus Fuß und Leder bevorzugen. Einige genießen dabei einfach nur
den Duft, andere befriedigen sich selbst, während sie in den Schuh hineinriechen. Gerade bei lange getragenen
Schuhen wird auch öfter mal das Innere des Schuhs geleckt, um so
einen intensiven Fußgeschmack
zu erhalten.
Schuhfetischisten, die dem Beispiel von Rétif de la Bretonne folgen, nutzen die Öffnungen der Schuhe auch zur Penetration, wobei der Erguss in oder über die Schuhe eine
nicht unwesentliche Rolle spielt.
Das äußerliche Sauberlecken von beschmutzten Schuhen, im Besonderen auch das Lutschen an Stöckelschuhen oder lecken an Schuhsohlen, dürfte aber auf Grund des erniedrigenden
Charakters als Leitmotiv eher dem SM zugerechnet werden.
Auch hier, genau wie beim Nylonfetisch, eigentlich nur eine Zusammenfassung der anderen Neigungen, nur, dass die Socken die Hauptrolle dabei spielen.
Tickling
(englisch, to tickle: kitzeln)
Mancher Fußfetischist erlangt seine sexuelle Erregung auch alleine durch das Kitzeln von Frauenfüßen. Das kann mit den Händen passieren oder mit einer Feder. In Verbindung
mit dem Tickling werden auch häufig die Füße der Frau gefesselt. Wie überall sind der Phantasie auch hier keine Grenzen gesetzt.
Trampling
(englisch, to trample: trampeln, zertrampeln, zertreten)
Da beim Trampling häufig auch Schmerz eine Rolle spielt und sich dieser auch nur schwer komplett vermeiden lässt, wir es von vielen schon zum SM Bereich gezählt.
Jedenfalls geht es beim Trampeln darum, dass die Frau über den Körper des Mannes läuft oder sich
auch einfach nur darauf stellt. Auch hier werden verschiedene Variationen bevorzugt.
In der Regel
liegt der Mann zu Füßen der Frau. Diese stellt sich dann mit vollem Gewicht auf den Körper, entweder barfuß, mit Schuhen oder gar High Heels. Beliebt ist auch das
Trampling mehrerer Frauen gleichzeitig. Allgemein wird kaum eine Körperpartie ausgespart und bei geübten Paaren kann es schon mal damit enden, dass die Partnerin komplett auf dem
Gesicht des Mannes steht. Beim trampeln ist aber
äußerste Vorsicht geboten. Bei der ungeübten Durchführung kann es neben harmlosen Blessuren
auch zu inneren Verletzungen kommen,
die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Wer
neu auf diesem Gebiet ist, muss sich daher unbedingt genauestens informieren, damit der geheime Traum nicht zum Alptraum
wird.
Worshipping
(englisch, to worship: anbeten, verehren)
Wie es der Name bereits verrät, geht es beim Worshipping um die Verehrung und Anbetung der
Füße. Der aktive Partner massiert, beriecht, küsst und leckt dabei die Füße der Frau oder
lutscht an ihren Fußzehen. Dabei muss der Fuß nicht unbedingt nackt sein, sondern kann auch in Nylons oder Söckchen gehüllt bleiben. Viele Fußerotikliebhaber genießen es auch
einfach, die Füße der Frau in ihr Gesicht gestellt zu bekommen und auch hier entweder barfuß oder in verschwitzten Socken oder Strumpfhosen.
Natürlich ist jetzt nicht jeder, der schon einen Frauenfuß massiert oder einen Fußzeh gelutscht hat
ein Fussfetischist. Entscheidend dabei ist der davon ausgehende Lustgewinn.
Ist die Neigung stärker ausgeprägt, kann die Fußanbetung alleine ausreichend sein, um zum Orgasmus zu führen.
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